Nachhaltige Reparaturen immer gefragter

Smart-Repair

Nachhaltige Reparaturen immer gefragter

4. Juni 2024 agvs-upsa.ch – Als starker und innovativer Repanet-Partner ist der 1958 gegründete Familienbetrieb Carrosserie Kiener AG aus Schönbühl BE bestens gerüstet für die Zukunft.  Smart-Repair, Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind hier keine leeren Schlagworte, sondern werden im Alltag längst bewusst angewendet und umgesetzt. Jürg A. Stettler

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Bei den Lacken setzt der Repanet-Suisse-Partner auf Standox von André Koch. Fotos: AGVS-Medien

Gleich zwei ramponierte und sichtlich angeschlagene Tesla warten blinkend darauf, sich kurz in den Verkehr einzufädeln und sich den Weg auf die andere Seite der Hindelbankstrasse in Urtenen-Schönbühl BE zu bahnen. Hier liegen die 2018 für den Abschleppdienst und einst für Großfahrzeuge gebauten Teile des Berner Familienunternehmens. Für Peter Kiener nichts Außergewöhnliches: «Wir haben uns bereits sehr früh auf Arbeiten an Tesla-Modellen spezialisiert, und zwar zu einem Zeitpunkt, als noch unklar war, ob die Verkaufszahlen durch die Decke gehen. Damals haben wir einiges investiert und auch zwei unserer Mitarbeitenden extra zu Tesla-Schulungen nach England und Holland geschickt. Davon profitieren wir heute. Wir sind ein offizieller Tesla Body Shop und dort auf der anderen Straßenseite haben wir die offiziell eingerichteten Tesla-Arbeitsplätze.»

Auch die Flotte des gelben Riesen wird grüner
Die Mitarbeitenden der Carrosserie Kiener AG sind nicht nur bestens gerüstet für Hochvoltarbeiten, sondern haben inzwischen auch viel Routine in der Fehlerauslesung bei Teslas. «Dafür braucht es erstaunlich wenig Spezialtools; ein Laptop reicht", so Kiener. Ist der Wagen einmal spannungsfrei geschaltet, seien die Arbeiten eh sehr vergleichbar mit Arbeiten an einem Verbrenner. Als Carrosserie-Suisse-Fachbetrieb mit Eurogarant-Label unterstehen die Berner zudem sowieso strengen Sicherheits- und Qualitätsvorschriften und gewähren auf ausgeführten Arbeiten sogar eine lebenslange Garantie. "Die Erfahrungen, die wir hier mit E-Fahrzeugen machen konnten, waren für unsere Spengler sehr wertvoll, denn beispielsweise auch die gelbe Flotte der Post Company Cars wird ja laufend grüner», ergänzt das Geschäftsleitungsmitglied. Wie zum Beweis laufen wir im frisch sanierten Teil des Firmengebäudes, das sogar eine Jumbo-Lackierkabine für LKW und Busse umfasst, an einem Post-Lieferwagen mit Blessuren vorbei. Einer der insgesamt 60 Mitarbeitenden der Carrosserie Kiener AG wird sich diesen in Kürze annehmen.

Der gelbe Lieferwagen ist eines von total über 25’000 Fahrzeugen, welche von der Post Company Cars AG betreut werden. Das Unternehmen kümmert sich als größte markenunabhängige Flottenbewirtschafterin der Schweiz neben der Post auch um weitere Geschäftskunden und KMU. Es sorgt dafür, dass die Fahrzeuge möglichst rasch wieder im Einsatz stehen. Daher braucht es starke Partner wie etwa Repanet-Suisse, das Reparatur-Netzwerk der André Koch AG, mit über 230 zertifizierten Betrieben, und natürlich auch eingespielte Abläufe. Auch die seit ihrer Gründung 1958 stetig gewachsene Carrosserie Kiener AG gehört mit ihren hohen Qualitätsansprüchen dem Repanet-Suisse-Netzwerk an.

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Der 1958 gegründete Familienbetrieb Carrosserie Kiener AG aus Schönbühl BE ist bestens gerüstet für die Zukunft.

Deutlich vereinfachte Schadenabwicklung
Um die steigenden Anforderungen im Arbeitsalltag zu meistern, setzt man natürlich auch bei Schweizer Carrosserie-Betrieben auf Digitalisierung. In der Zusammenarbeit mit der Post Company Cars AG kommt dabei die digitale Dienstleister- und Auftragsmanagement-Plattform von Yarowa zum Einsatz. Sie vereinfacht die Schadenabwicklung für alle Beteiligten massiv. «Wir bieten unseren Kunden durch die Zusammenarbeit mit Yarowa einen echten Mehrwert, sei es durch die einfache Handhabung oder die effektive und effiziente Steuerung von nachhaltigen Arbeiten», erläutert Bruno Fankhauser, Leiter Operations und Mitglied der Geschäftsleitung bei Post Company Cars. Das bestätigt auch Peter Kiener: «Wir nehmen den Schadenslead an. Machen einen Termin aus. Schauen den Wagen an und machen Fotos oder erhalten sogar schon Fotos zum Lead. Geben unsere Kalkulation ab. Und dann gibt’s in kürzester Zeit die Freigabe – das geht heute alles digital.» Zwar hätten praktisch jede Versicherung und jeder Leasingnehmer ansonsten auch ein eigenes Portal, aber bei Yarowa läuft die Schadenabwicklung dank der Automatisierung der Geschäftsprozesse mit minimalem Koordinationsaufwand und «über eine ERP-Schnittstelle sogar in unser eigenes System», ergänzt der gelernte Buchhalter Peter Kiener, der sich um die ganzen administrativen Belange und Prozessoptimierungen kümmert, während sein Bruder Daniel Kiener, der gelernte Carrosseriespengler, die technischen Abläufe und den Kundenservice im Auge behält.

Smart-Repair und mehr Nachhaltigkeit
Themen wie nachhaltige und wirtschaftliche Reparaturmethoden und Emissionsreduktionen sind in der DNA von Post Company Cars tief verankert. Deshalb begrüßt das Unternehmen die Ausrichtung von Repanet Suisse und den beteiligten Karosserien sehr. Aber nicht nur in der Zusammenarbeit mit Repanet Suisse haben die Brüder Kiener den Fokus aufs Reparieren statt Ersetzen und somit mehr Nachhaltigkeit und den Einsatz von Smart-Repair gesetzt. «Mit Smart-Repair-Arbeiten haben wir vor über fünfzehn Jahren angefangen. Damals haben wir jeweils alle Termine auf den Montag zu legen versucht», erinnert er sich. Das hat sich längst geändert, inzwischen gibt es im Familienbetrieb sogar einen separaten Arbeitsplatz dafür.

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Peter Kiener.

«Die meisten Arbeiten erfolgen an den Stoßstangen. Es macht einfach viel mehr Sinn an Stellen, wo man die Farbe gut auslaufen lassen kann, nur den Bereich um den tatsächlichen Schaden zu bearbeiten statt die ganze Carrosserie-Komponente», erläutert Kiener. Hält man die Reparaturstelle klein, benötigt man weniger Zeit für die Instandsetzung, und auch der Ressourceneinsatz sei bedeutend geringer. Beides wichtige Faktoren für die Wirtschaftlichkeit des eigenen Betriebs und natürlich auch die Versicherer, die ebenfalls mit immer spitzerem Bleistift kalkulieren. «Bei einem Kratzer mitten in der Tür oder auf der Motorhaube sind natürlich auch uns Grenzen gesetzt, da muss dann die ganze Fläche verarbeitet werden», ergänzt der 37-Jährige. «Schließlich ist Qualitätsarbeit unser wichtigstes Ziel. Dank unserer gutausgebildeten Mitarbeitenden und moderner Arbeitstechnik reparieren wir stets so viel wie möglich, aber nur so wenig wie nötig.»

Holzschnitzel und PV-Anlage statt fossile Energie
Nachhaltigkeit bei den Reparaturen ist dem Familienbetrieb genauso wichtig wie gute, ergonomisch eingerichtete Arbeitsplätze. «Alle unsere Multifunktions-Lackierarbeitsplätze haben ein Fenster nach außen. Man soll ja nicht das Gefühl haben, in einem Kaninchenstall zu arbeiten», ergänzt Peter Kiener und zeigt auf den Ausblick ins Grüne und den nahen Wald. Von dort bezieht die Firma auch ihre Energie, lokal und nachhaltig. «Es wäre sicherlich einfacher gewesen, wieder mit fossilen Brennstoffen zu arbeiten, und den Platz könnte man sicherlich auch anders nutzen, aber wir haben uns für die nachhaltigere Lösung einer großen Holzschnitzelheizung entschieden», erläutert der 37-Jährige.

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In der Jumbo-Lackierkabine können auch Lackierarbeiten an LK W und Bussen vorgenommen werden.

In sechs riesigen Tanks wird nun das Wasser aufgeheizt und so für die perfekte Raumtemperatur sowie die nötige Prozesswärme für die Kabinen gesorgt. «Das neue Energiesystem ist zwar sehr ökologisch und intelligent, aber es reagiert mit einer gewissen Trägheit von rund vier bis fünf Stunden. Wir sind immer noch in der Feinjustierphase, damit wir nicht zu viel oder zu wenig heizen. Aber wir können damit pro Jahr über 120 000 Liter Heizöl einsparen.» Zudem wurde der Neubau trotz dem historischen und architektonisch wertvollen Isler-Kuppel-Bau noch mit einer PV-Anlage bestückt, damit auch der Strombedarf reduziert werden konnte. Auch hier geht die Carrosserie Kiener AG eben innovativ voran.

Weitere Infos unter: kiener.ch, repanetsuisse.ch
 
Ganzer Prozess, nicht nur Produkte müssen nachhaltiger werden

Was sind die Vorteile «Green Car Repair»-Standards in Zertifizierungsprozess von Repanet Suisse zu integrieren?
Dominic Schenker, Business Development Manager der André Koch AG: Nach der gemeinsamen Entwicklung mit dem akkreditierten Repanet-Suisse-Partner «Swiss Safety Center» und den renommierten Auditoren vom Xpert-Center haben wir den Repanet-Suisse-Zertifizierungsfragebogen vollständig überarbeitet. Insbesondere haben wir auf Schulungen von nachhaltigen und ökologischen Reparaturtechniken Wert gelegt. Unsere Partnerbetriebe werden im Zuge der Repanet-Suisse-Zertifizierung oder Rezertifizierung gleichzeitig mit den «green car repair»-Standards zertifiziert. Das hält den Aufwand für alle Beteiligten gering.


Wie unterstützen Axalta und die André Koch AG die Betriebe auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit noch?
Zusammen mit Axalta verfügen wir über ein grosses Portfolio an umweltfreundlichen und nachhaltigen Produkten, Hilfsmitteln und Ressourcen. Es geht aber um den gesamten Prozess und nicht nur um die Produkte, damit Betriebe nachhaltiger und effizienter arbeiten können. Das Axalta Fast-Cure-Low-Energy-Lacksystem verringert Emissionen und Energieverbrauch deutlich. Elektrizität um bis zu 49 Prozent und Gas um bis zu 57 Prozent, sowie den Materialverbrauch um bis zu 25 Prozent. Ergänzend zu den hochwertigen Lackprodukten profitieren unsere Kunden von vielen nützlichen Dienstleistungen und innovativen Tools, wie moderne, vollautomatische und präzise Farbmischsysteme, wie die Axalta Irus Mix oder das Daisy Wheel, umfassende Ausund Weiterbildungsangebote sowie Seminare und individuelle Trainings zur Prozessoptimierung in unserem Schulungscenter und fortlaufend betriebswirtschaftliche Beratungen. 
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